Region Oberschwaben


Narrenzunft Wilhelmsdorf e.V.

Narrenruf: Wicky - hey und Burg - hey
Legenden und Histörchen
Die Not im Mittelalter war oft groß. Die Winter waren kalt. Damit man es aber auch in der kalten Jahreszeit wenigstens ein bischen warm hatte, brauchte man Reisig und Holz. Das sammelten die Waldweible - neben Pilzen, Beeren, Heilkräutern - im Wald. Auch in der Wilhelmsdorfer Gegend war der Waldboden meistens wie leergefegt. Bis eines Tages Ortolfus de Rinchenburc Herrscher des Ringgenburganwesens wurde. Ortolfus war nämlich sehr habgierig. Nicht einmal vor den Waldweiblein machte er halt. Mit seinen Schergen lauerte er ihnen beim Holzsammeln auf, ließ ihnen alles abnehmen und sie mit kräftigen Hieben aus dem Wald jagen. Er trieb es immer wilder, bis eines Tages eines der Waldweiblein genug hatte: Laut und deutlich verfluchte sie Ortolfus. Der Fluch muß wohl Wirkung gezeigt haben. In der Zeit danach liefen seine teils zwielichtigen Geschäfte schlecht und er wurde zudem auch noch krank. Kurzerhand ließ er das Waldweiblein wegen Hexerei verbrennen. Heute erinnert die Figur des Ringgenburg Waldweibles während der Fasnet an diese Geschichte.
Die Masken und Häser

Häser und Masken
Der "Wikinger" besteht aus einem Häs aus edlen Fellen einheimischer Tiere. Fuchs, Wildschwein oder Hasen werden in unterschiedlich großen Stücken verwendet. Eingearbeitet sind auch Lederstücke in natürlichen Farben und Lederriemen. Zum Häs werden Stulpen aus Fellen getragen. Der obligatorische Wikingerhelm mit zwei Hörnern gehört natürlich ebenso dazu wie diverse Accessoires (Blashorn, genieteter Ledergürtel etc.). Jedes Häs wird handgefertigt und ist ein Unikat. Der Narrenruf der Wikingergruppe lautet "Wiki - Hey". Das Ringgenburg Waldweible ist 1998 entstanden. Das Häs dieses Waldweibles besteht aus einer blauen Bluse, einem schwarzen Rock und einem weinroten Kopftuch. Die Schürze ist ebenfalls weinrot mit zwei schmalen grünen Streifen. Die holzgeschnitzte Maske stellt das furchterregende Antlitz der alten Frau dar, die Ortolfus und seine Sippe verflucht hat. Zur Figur gehört auch ein Reisigbesen. Geflochtene Strohschuhe runden das Häs ab. Ihr Narrenruf heißt "Burg - Hey".

Die Narrenzunft Wilhelmsdorf e.V.
Entstanden ist die Zunft aus der Narrenzunft "Wikinger Wilhelmsdorf e.V.", die am 24.10.90 im Vereinsregister eingetragen wurde.
Die Wikinger-Gruppe selbst gibt es bereits seit 1986. 8 Wilhelmsdorfer entschlossen sich damals, für einige Fasnetsveranstaltungen ein Häs zu machen. Erste Auftritte waren 1986. 1988 zählte die Gruppe bereits 20 Mitglieder. Ursula Seifried wurde erste Zunftmeisterin des Vereins. Am 14.09.1990 schloß man sich als Gründungsmitglied dem V.A.N. an.

Ringgenburg Waldweible
Die Ringgenburg Waldweible
Maske

Die Maske

Einen lang gehegten Wunsch erfüllte sich der junge Verein 1991. Ein "Wikingerboot", das zu den Umzügen mitgenommen werden sollte, wurde gekauft und in Eigenregie, in zeitaufwendiger Arbeit zum Schmuckstück des Vereins ausgebaut. 1998 beschloß man die Änderung des Vereinsnamens von "Wikinger Wilhelmsdorf e.V." in "Narrenzunft Wilhelmsdorf e.V.". Heute hat der Verein 48 Mitglieder.

Die Wilhelmsdorfer Hausfasnet
Am Bromigen Freitag organisiert die Zunft die Schülerbefreiung an einigen der örtlichen Schulen. Auch dem Esenhauser Kindergarten wird an diesem Tag ein Besuch abgestattet. Ebenfalls ein traditioneller Höhepunkt im Vereinsleben ist die Fasnetseröffnung am 11.11. Alljährlich wird an diesem Tag die Fasnet stimmungsvoll eingeläutet. Die Neumitglieder werden in feierlichen Ritualen in die Reihen der Narren aufgenommen.

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